Digital-Funk

Bisher war ich immer nur im Analog-Bereich des 2 Meter- & 70cm-Bandes unterwegs. Da der Digital-Funk im Experimental-Funkbereich fast unbegrenzte Möglichkeiten bietet, möchte ich nun auch in diesem Bereich tätig werden.

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D-Star (1), DMR (2) oder C4FM (3)?

Als ich mich dem Thema Digitalfunk näherte, stellte sich zuerst einmal die konzeptionelle Frage, welches System verwende ich? Generell gibt es im Experimental-Funk 3 Systeme, die um die Vorherrschaft bei den potenziellen Käufern buhlen. Ich stelle die Systeme im einzelnen vor.

D-Star (1):

Dieser Standard wurde in Japan entwickelt. Forciert wird er zur Zeit (2018) von der Firma ICOM. Ein Selbstbau, bzw. die Modifikationvon  vorhandenen Geräten ist grundsätzlich möglich. Was mich allerdings von D-Star abhält und mir von vornherein negtiv aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass die Geräte meist sehr teuer sind und es nur wenige Geräthersteller gibt. Ein weiterer Negativ-Punkt: D-Star ist in Nordhessen nur sehr sporadisch vertreten ist. Vorteil ist ganz klar, dass man mit D-Star gezielt einen anderen Benutzer „anrufen“ kann, ohne zu wissen, wo er sich befindet. Das nennt sich bei D-Star „Callsign-Routing direkt“ (4)

DMR (2):

DMR ist eigentlich ein Betriebsfunkstandard und weltweit bereits im Einsatz. Dadurch kann DMR seine Stärken auch im Amateurfunk ausspielen. Durch die Verwendung im digitalen Betriebsfunk, sind die Geräte zu erschwinglichen Preisen zu haben und können sehr einfach auf die Frequenzen im Experimental-Funks umprogrammiert werden. Auch ein Vorteil, genüber den anderen Standards ist die Tatsache, dass die DMR-Geräte von Haus aus sehr gut verarbeitet sind und einen robusten und unverwüstlichen Eindruck hinterlassen. Meist sind diese Geräte auch sehr gut für einen Außeneinsatz (z.B. bei einen Fieldday) geeignet. Durch die Verwendung von 2 Zeitschlitzen, können 2 Gespräche auf einer Frequenz stattfinden. Aber dazu später mehr. Großer Nachteil: Die Vorbereitungen für den Erstbetrieb sind etwas komplizierter, als beim den anderen beiden Systemen. Meist kann man an den Geräten selbst recht wenige Einstellungen vornehmen. Die Einstellung müssen meist über eine USB-Schnittstelle eingespielt werden. Diese tatsache rührt daher, dass die Geräte meist im Betriebsfunk eingesetzt werden. Dort benutzen diese gerät meist reine „Anwender“, die sich nicht für die Einstellungen am gerät interessieren.

C4FM (3):

Der dritte Standard im Bunde. Entwickelt von der Firma Yaesu im jahr 2014. Auch hier, ähnlich wie bei D-Star, keine so große Geräteauswahl. Aber das soll sich in den nächsten Jahr ändern. Ganz großer Vorteil: Die Inbetriebnahme geht ratz fatz!

 

Wer macht also das Rennen?

Man sollte sich alle 3 Systeme genau anschauen und auch überlegen, welches System wo verbreitet ist.

Aktuell (2018) kann man folgende Einteilung bei der Verbreitung vornehmen: D-Star ist im süddeutschen und norddeutschen Raum die „Macht im Lande“. In der Mitte Deutschlands herrscht DMR vor und C4FM ist meist im ostdeutschen raum zugängig. Dies ist aber nur eine absolut grobe Einteilung. Eine sehr gute Übersicht der Repeater-Verteilung kann man auch über sein Android-Handy unter (5) finden.  Sprich bitte auch vor deinem Kauf mit den OM´s aus deinem OV bzw. aus deiner umgebung und checke ab, welcher Standard dort vorherrscht. Denn eines haben alle Standard gemeinsam: Sie sind nicht miteinander kompatibel. Ich persönlich habe mich für den Standard DMR entschieden. Er ist hier in Nordhessen sehr verbreitet und die OM´s in meinem OV nutzen auch fast alle DMR.

 

Welches Gerät kommt in Frage?

Im Standard DMR wird immer mit einem Codeplug gearbeitet. D.h., alle Geräte bekommen über eine Schnittstelle (meist USB) alle Daten aufgespielt. Die meisten Geräte lassen keine Veränderung dieser Daten, vom Gerät aus, zu. In letzter Zeit geben sich die Hersteller allerdings Mühe, den geräten auch Einstellungs-Funktionen mitzugeben. Ein sehr gutes Beispiel ist dieses Gerät (6). Grundlegende Einstellung, wie z.B. die DMR-ID lassen sich weiterhin nur über die USB-Schnittstelle aufspielen. Alle weiteren Einstellungen können, nötigenfalls, auch direkt am Gerät eingegeben werden.

Dieses Gerät macht, wie die meisten DMR-Geräte, einen robusten ersten Eindruck. Allerdings hat mir ein OM bereits mitgeteilt, dass wohl die Trennschärfe bei diesem Gerät nicht die Beste sein soll. Trotz allem muss man sagen, dass das Preis-Leistungsverhältnis wohl in Ordnung geht.

 


Quellennachweis:

(1) = http://www.amateurfunk-wiki.de/index.php?title=D-STAR

(2) = https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Mobile_Radio

(3) = http://www.systemfusion.de/

(4) = http://www.amateurfunk-wiki.de/index.php?title=D-STAR_Benutzung#Callsign-Routing_direkt

(5) = https://play.google.com/store/apps/details?id=com.w2cyk.android.rfinder&hl=de

(6) = http://www.wimo.com/anytone-D868VUV_DMR-funkgeraet_d.html

2 Kommentare

  1. Deshalb können wir froh sein, wenn sich schlaue Köpfe der Thematik Systemübergreifende Multiprotokolle widmen. Somit spielt es wie du weisst keine Rolle mehr in welchem der 3 Systeme man sich befindet 🙂  vy73

    • Hallo Funkfreund,
      Deiner Aussage „Somit spielt es keine Rolle mehr, in welchem der 3 Systeme man sich befindet“ kann ich nicht 100% folgen. Du musst weiterhin darauf achten, welches System bei dir lokal vor Ort verwendet wird. Wenn du ein DMR-Gerät kaufst, du aber von zuhause aus nur C4FM-Einstiege erreichst, musst du dir noch einen Hotspot zulegen, um digitalen Betrieb von Zuhause aus durchführen zu können. Daher bin ich der Meinung, dass es durchaus (noch) eine Rolle spielt, welches System man verwendet.

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